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Lughnasadh - Erntedank



In der Nacht auf den 1. August steht uns das nächste Jahreskreisfest bevor. Es wird am achten Vollmond nach Yule gefeiert und heisst Lughnasadh (gesprochen: Luu-na-sah). Übersetzt heisst dies «Zusammenkunft im Namen des Lugh». Lugh, der Leuchtende, ist der keltische Sonnengott.

In der Zeit vom 1. August bis 31. Oktober finden die drei Erntefeste statt. Lughnasadh steht für den Zeitpunkt der Reife und ist das erste dieser drei Erntefeste (Lughnasadh, Mabon, Samhain). Es steht nun ein Richtungswechsel vom Aussen ins Innen an. Wir beginnen nun nicht mehr Neues, sondern leiten die Kraft in das Vorhandende.

Gefeiert wird die Getreideernte in Form eines Feuerfestes. Oft hört man in diesem Zusammenhang das Wort “Schnitterfest”. Dies kommt daher, weil man dass Getreide abgeschnitten hat, bevor es durch die Hitze und von Unwetter zerstört wurde.


Wir sind mitten im Hochsommer, eine Zeit der Freude, der Fülle, der Kraft und der Energie. Die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Fülle und das Getreide ist bereit für die Ernte. In den keltischen Sagen liest man, dass der Sonnengott gemeinsam mit der Mondgöttin über das Land herrschte. Bei Lughnasadh kommt die dunkle Jahreszeit schon näher, die frühren Morgenstunden sind schon frisch und teils feucht. Der Sonnengott muss also schon bald seinen Thron verlassen und sterben. Die Mondgöttin zeigt sich in Gestalt einer Schnitterin, die im richtigen Moment die Sichel zur Hand hat und das Getreide schneidet.


«Kräuterweihe»

Haben bei der Sommersonnenwende die Blumen, Kräuter und Heilpflanzen die Lichtkraft der Sonne gespeichert, so reichert Lugh diese nun mit heilsamen, ätherischen Ölen an und lässt die Früchte und Samen heranreifen. Bald beginnt die Zeit der "Frauendreissigern". Vom 15. August bis 15. September liegt nach altem Volksglauben ein besonderer Segen auf der Natur. Die Heilkraft der Pflanzen soll jetzt den Höchststand erreicht haben, weil die Pflanzen von Sonne, Erde Luft und Wasser genährt wurden. Einen Monat lang werden die begehrten Heilkräuter gesammelt und zu Kräuterbündel gebunden.


Je nachdem, was Feld und Wiese nun hergeben, kannst du dir dein eigenes Kräuterbündel binden. Für das Ritual an Lughnasadh binde doch auch ein paar Getreideähren mit in das Büschel. Im Moment blüht so vieles - Alant, Beifuss, Frauenmantel, in diesem Jahr besonders viel Mädesüss und Baldrian, Malve, Minze, Farn, Ringelblume, Schafgarbe, Thymian, Wegwarte usw. Schau dich im Garten und in der Naturwiese um und sammle, was dich anspricht.

Lass Altes los, damit Neues ins Leben kommen kann. Bevor du das Bündel bindest, frage dich, was in deinem Leben reif ist und du ernten kannst.

  • Lasse ich den Dingen genug Zeit zum Reifen?

  • Habe ich Ideen, die noch nicht genug ausgereift sind?

  • Was soll gedeihen, indem ich etwas anderes abschneide?


Bei der Anzahl der Kräuter, die ins Bündel gebunden werden, taucht immer wieder die Neun auf. Die ist die heilige Zahl der Kelten und Germanen. Viele halten isch daran. Einige richten sich nach den sieben Planetenkräften oder der zwölf Apostel. Mach es so, wie es für dich stimmt. Es ist dein Ritual, dein Bündel und es soll sich einfach für dich richtig anfühlen.



Hier einige Kräuter/Pflanzen und ihre Wirkung:

  • der Beifuss schützt, segnet und erwärmt bei Übergangsritualen, stärkt das Weibliche

  • der Frauenmantel unterstützt die weibliche Intuition, für Fruchtbarkeitsrituale

  • das Mädesüss unterstützt Übergänge aller Art und fördert die Intuition

  • die Ringelblume bringt die Sonne ins Herz und wirkt heilend

  • die Schafgarbe stärkt die Intuition, hilft bei Visionen und schützt vor negativen Einflüssen

  • der Alant bringt Licht und Sonne ins Gemüt und aktiviert die Aufrichtung

  • der Rainfarn stärkt das Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein und schützt

  • die wilde Möhre stärkt den Blick fürs Wesentliche und zentriert dich

  • die Königskerze vermittelt Stabilität, richtet auf und lässt dich nach Innen schauen

  • der Baldrian bringt Ruhe und Gelassenheit und hilft, Ängste zu lösen


Ich könnte noch stundenlang aufzählen, so vielfältig ist zur Zeit das Angebot der Natur. Wenn du bei einer Pflanze, die dich anspricht, unsicher bist, darfst du mich kontaktieren. Gerne teile ich dir mir, welche Bedeutung die Pflanze hat.


Ich wünsche dir noch viele laue Sommerabende mit Sternschnuppen und vielen Naturdüften in der Luft.



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