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Was bleibt, wenn es still wird

  • 23. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Ich bin nicht die, die sich das Ende eines Monats herbeiwünscht. Ich lebe im Fluss der Zeit, egal ob Anfang oder Mitte, Januar oder Juni. Doch dieser Februar hatte eine andere Qualität. Er hat mich angehalten, stillgestellt und gezwungen, hinzuschauen.

 

Mit der ungeplanten Schulter-OP kam nicht nur der körperliche Schmerz, sondern auch eine radikale Verlangsamung. Acht Tage und acht Nächte bewegte ich mich durch Wellen von Schmerzen, wie ich sie so noch nie erlebt hatte. Hätte ich gewusst, was kommt, ich hätte davor vermutlich noch das Haus geputzt, Wäsche gewaschen und mit Sicherheit die Seelenbänder für Erwachsene nicht genau an diesem Morgen aufgeschaltet. Doch ich tat es und sie waren bis am Mittwochmittag über 30 Stunden lang bestellbar. Unzählige Bestellungen trudelten ein und einen Tag nach dem Schulter-Eingriff lagen all die Bestellzettel neben meinem Steinlegebrett. Vielleicht war es genau diese Gleichzeitigkeit, die alles so besonders machte.

 

Denn während mein Körper kaum zur Ruhe kam, war da eine andere Ebene, die vollkommen klar war. Ich fädelte ein Seelenband nach dem anderen und schrieb Botschaften im Stehen, da der Winkel von Arm, Schulter und Pult nicht zum Aushalten war. Ich war benebelt von den Schmerzmitteln und doch innerlich angebunden wie selten zuvor. Ich zweifelte kurz, ob Worte unter solchen Umständen überhaupt stimmig sein können. Doch eure Rückmeldungen haben mir etwas anderes gezeigt. Sie waren tief, berührend und punktgenau. Es war, als ob die Verbindung zu den Seelen noch feiner und noch direkter war. Als hätte der Schmerz eine Schicht geöffnet, hinter der alles Wesentliche frei zugänglich lag.

 

Und genau darin liegt für mich das Spannende dieses Februars. Es ging um zwei Arten von Verbindung. Da war diese unglaublich klare, tragende Seelenverbindung. Ein Fliessen und ein inneres Geführtsein, das selbst durch körperliche Grenzerfahrungen hindurch stabil blieb. Diese Verbindung hat mich gehalten.

Und gleichzeitig wurde mir auf einer ganz anderen Ebene etwas bewusst. Es meldeten sich Menschen mit ehrlichem Interesse und fragen nach, wie es mir gehe. Diese Stimmen waren da und sie haben mich getragen. Und gleichzeitig blieben erstaunlich viele Kanäle ruhig. Verbindungen, die sonst sehr präsent sind, wenn mein Rat, meine Energie oder meine Unterstützung gefragt sind, wurden still. Kein Nachfragen, wie es mir gehe und das lag nicht nur an der Luzerner Fasnacht. Diese Stille war deutlich. Das ist kein Vorwurf und für mich nicht dramatisch. Sie hat mir aber mehr gezeigt als tausend Worte.


Ich hatte in diesen Tagen viel Zeit zum Nachspüren und ich merkte, dass Verbundenheit mehr ist als energetische Wahrnehmung. Sie zeigt sich auch im Alltag, in echtem Interesse und in einem einfachen Nachfragen. Manche Verbindungen sind tief und tragend, auch wenn man sich kaum sieht. Andere fühlen sich plötzlich leer an, wenn es still wird.

 

Vielleicht wollte mir dieser Monat genau das zeigen. Wo ist die Verbindung kraftvoll und wahr? Und wo darf ich beginnen, meine Energie aus Selbstachtung bewusster zu schützen? Ich habe verstanden, dass Verbundenheit keine Einbahnstrasse ist. Die Energie darf fliessen, soll aber nicht versickern.

 

Dieser Monat hat mir viel abverlangt, doch er hat mir auch Klarheit und den Mut geschenkt, Grenzen zu setzen, selbst wenn es bedeutet, Menschen oder alte Muster loszulassen. Mir wurde klar, dass die Seelenverbindung stärker denn je ist und dass ich im Menschlichen wählen darf, welche Fäden ich weiter knüpfe und welche ich in Dankbarkeit loslasse. Ich wähle Verbindung, die nährt und lasse los, was nur Kraft kostet.

 

2 Kommentare


Gast
24. Feb.

Liebe Sheila

Du bist einfach eine wundervolle Seele. Deine Art dich auszudrücken, diese Wahrhaftigkeit, deine Authentizität ist spürbar mit jeder Zelle.

So schön dass es dir besser geht und du so viele Einsichten hattest in der herausfordernden Zeit.

Ich bin nicht so socialmedia-aktiv, liebe jedoch deine Beiträge, wenn sie aufploppen. So viel Seelenessenz aus dem Seelenfenster ♥️♥️♥️

Danke für dich 🤗🫶

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Sheila
Sheila
09. März
Antwort an

Herzlichen Dank für deine wertschätzenden Worte. So schön, wenn meine Texte gerne gelesen werden. Danke dir für dein Da-sein und mitlesen.

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