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«zu viel»

  • vor 7 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Manchmal ist da plötzlich ein Thema. Es taucht auf und bleibt, bis ich es in Worte fasse. Ich schreibe dann nicht, weil ich «sollte», oder weil ich einen Plan habe. Ich schreibe, weil es in mir danach ruft. Die Worte fliessen durch mich hindurch und während ich schreibe, ordnet sich etwas in mir. Gedanken werden klarer, Gefühle bekommen Raum und oft verstehe ich mich selbst ein Stück mehr, während die Sätze entstehen.


Nun, ich könnte auch einfach aufhören zu schreiben. Keine Gedanken mehr teilen, keine Worte mehr, die mitten aus dem Leben kommen. Einfach still sein, weniger zeigen und mich zurücknehmen. Nur weil es «zu viel» sein könnte. Doch wenn ich diesen Gedanken wirklich zu Ende führe, fühlt es sich irgendwie falsch an.


Genau das habe ich mir gedacht, als jemand meinte, ich würde wohl viel Aufmerksamkeit brauchen, weil ich so viel schreibe. Gleichzeitig scheint der Gwunder aber gross genug zu sein, um trotzdem hier zu bleiben.


Für mich ist das Schreiben kein «zu viel». Es ist ein Ausdruck von dem, was in mir lebt und was in die Welt hinaus möchte. So natürlich wie ein Gedanke, der gedacht werden will, oder ein Gefühl, das gefühlt werden möchte. Wenn «zu viel» bedeutet, dass ich echt bin, dann bin ich es gerne. Ich brauche keine Schulterklopfer. Es muss niemand meine Meinung teilen und missionieren tue ich auch nicht. Ich teile einfach das, was da ist.


Und dann seid da ihr. Menschen, die mir schreiben, dass sie sich gesehen und verstanden fühlen. Ich würde Mut machen, Kraft geben und man müsse einfach immer wieder vorbeischauen, ob neue Worte da sind. Weisst du, was ich daran so schön finde? Wir können uns über Worte begegnen, ohne uns je gesehen zu haben. Da ist eine Verbindung, ganz ohne Müssen oder mit einer Erwartung. Einfach, weil etwas mitschwingt.


Warum also sollte ich all das für mich behalten? Warum sollte ich mich kleiner machen, nur damit es für andere angenehmer ist? Wenn ich doch mit dem, was durch mich fliesst, genau dich erreichen und berühren darf? Dir vielleicht im richtigen Moment ein kleines Licht anzünden kann? Es geht doch gar nicht darum, ob es «zu viel» ist, sondern darum, ob es echt ist.


Vielleicht ist das auch deine Erinnerung heute. Bleib dir selbst treu. Egal, ob du für andere zu viel, zu laut oder zu wenig bist. Es ist ihre Meinung, ihre Wertung und sie hat nichts mit dir zu tun. Du bist genau richtig in deinem Ausdruck.


Und weisst du was? Du darfst mir jederzeit mitteilen, was dich gerade bewegt, welche Themen dich rufen und worüber ich einmal schreiben soll. So wie das die Person gemacht hat, die findet, ich brauche Aufmerksamkeit. Vielleicht ist genau dein Impuls der nächste, der hier seinen Weg in Worte findet.

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