Alles ist Energie. Also mach was draus.
- 2. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Neulich bat mich jemand, den Satz «Alles ist Energie» näher zu erklären. Es ist einer dieser Sätze, die wir oft hören und vielleicht auch selbst schon gesagt haben. Und doch bleibt er für viele irgendwie vage. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Wir verstehen ihn mit dem Kopf, aber wir fühlen ihn nicht wirklich.
Wenn du tiefer hinschaust, erkennst du, dass alles, was dich umgibt, schwingt. Dein Körper, deine Gedanken, deine Gefühle, sogar das, was du aussprichst. Nichts ist starr, alles ist in Bewegung. Deine Gedanken sind nicht einfach nur leise Stimmen in deinem Kopf. Deine Gefühle sind nicht einfach da und wieder weg. Sie tragen eine Energie in sich. Eine Schwingung, die du nach aussen trägst, ob du willst oder nicht.
Ich möchte dich zu Beginn kurz mit in meine Arbeit nehmen.
Ich werde oft gefragt, wie ich Seelenbänder für Menschen mache und dazu so stimmige Botschaften schreiben kann, ganz ohne Foto oder Geburtsdatum. Nur mit dem Vor- und Nachnamen.
Wir sind es gewohnt, Dinge zu sehen, zu messen und festzuhalten. Wir glauben, dass wir möglichst viele Informationen brauchen, um in Verbindung zu treten. Doch Verbindung funktioniert oft ganz anders. Wenn Lisa Müller aus dem Engadin bei mir eine Bestellung aufgibt, geschieht bereits etwas, noch bevor ich überhaupt beginne. Mit ihrer Entscheidung gibt sie sich selbst ins Feld. Ganz leise und selbstverständlich öffnet sie eine Tür und ich darf dann einfach eintreten.
Es ist nicht so, dass ich etwas suche oder analysiere. Ich darf mich drauf einlassen und wahrnehmen. Ein Verbinden mit der Energie, die bereits da ist. Es ist wie telefonieren ohne Telefon. Die Verbindung entsteht, weil Lisa einen Impuls ausgesendet hat und ich bereit bin, ihn zu empfangen. In diesem Moment ist da eine Klarheit. Da brauche ich nicht zu zweifeln oder zu denken. Es ist wie ein Wissen aus dem Gefühl heraus. Ich weiss, dass es genau diese eine Lisa Müller ist. Nicht irgendeine, sondern die, die mich gerufen hat.

Vielleicht klingt das für dich ungewohnt und gleichzeitig erinnerst du dich an all diese Momente, in denen du an jemanden dachtest und sich genau diese Person dann gemeldet hat.
Oder du betrittst einen Raum und spürst sofort, dass etwas nicht stimmt, obwohl niemand etwas gesagt hat. Das ist Energie. Du nimmst sie wahr, oft ohne es bewusst zu merken.
Manchmal zeigt sich die Energie mitten in deinem Alltag. Wenn du morgens in den Spiegel schaust und denkst «ich sehe heute müde aus, irgendwie passt nichts», dann verändert sich etwas in dir. Deine Haltung wird anders, dein Blick kritischer und deine Energie zieht sich zusammen. Und dann gibt es diese anderen Momente. Du schaust dich an und denkst «heute ist ein schöner Tag». Vielleicht lächelst du sogar ein bisschen und plötzlich wird alles weiter, leichter und offener. Es ist derselbe Mensch, dasselbe Gesicht und doch eine ganz andere Energie.
Wird dir gerade etwas klar? Wenn alles Energie ist, dann bist auch du ständig am Senden. Mit jedem Gedanken, mit jedem Gefühl und mit jedem Wort. Den Energien ist es auch völlig egal, ob du an sie glaubst oder nicht. Sie sind trotzdem da.
Die Natur erinnert uns immer wieder daran, wie klar und ursprünglich Energie sein kann. Pflanzen zweifeln nicht und sie vergleichen sich nicht. Sie wachsen, sie blühen, sie ziehen sich zurück und das alles im richtigen Moment. Wenn du Kräuter sammelst, einen Tee zubereitest oder räucherst, verbindest du dich mit dieser reinen, unverfälschten Kraft. Vielleicht spürst du genau dort etwas, das sich nicht erklären lässt, aber trotzdem da ist.
Die wesentlichen Dinge in unserem Leben, in unseren Räumen und in der Natur sind für unsere Augen tatsächlich nicht sichtbar. Sie sind nicht greifbar, nicht zu fotografieren und nicht mit der Hand festzuhalten. Und doch sind sie da. Man kann sie nicht sehen, aber man kann sie entdecken.
Diese wesentlichen Dinge sind oft die wichtigsten. Es ist die Energie, die allem Leben zugrunde liegt und die uns überhaupt erst leben lässt. Wie schreibt Antoine de Saint-Exupéry im «Der kleine Prinz» so schön? «Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.»
So sind wir verbunden, die ganze Zeit. Müssen wir wirklich alles mit dem Verstand verstehen? Manchmal dürfen wir auch einfach fühlen. Fühlen, was dir gut tut. Fühlen, was dich nährt. Fühlen, was dich schwächt.
Denn wenn alles Energie ist, dann darfst du beginnen, bewusster zu wählen. Was lässt du in dein Leben? Welche Gedanken gibst du Raum? Mit welchen Menschen umgibst du dich? Und was darf gehen, weil es sich nicht mehr stimmig anfühlt?
Mit deinen Gedanken formst du dein Leben. Also wähle sie nicht perfekt, sondern bewusst und frage dich: formen sie dich eng oder weit?



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