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Vielleicht...

  • 15. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn ich im Garten bei all meinen Schätzen arbeite, kann ich wunderbar meinen Gedanken nachhängen. Kürzlich kam mir dabei ein Gedanke, der sich zuerst fast ein wenig falsch angefühlt hat. Einer dieser Gedanken, die man im spirituellen Bereich vielleicht gar nicht laut aussprechen sollte. Denn so oft hören wir, dass alles einen Sinn hat, geführt ist und am Ende sowieso gut kommt. Und doch begann genau dort etwas in mir zu arbeiten. Ich konnte es lange nicht greifen. Kaum war der Gedanke da, war er wieder weg.

Heute liess er sich endlich greifen und mit jedem geschriebenen Wort tauchte ich ein wenig tiefer. So nehme ich dich nun mit auf die Reise zum Sinn des Lebens.


Ich fragte mich...

...wenn wir wirklich mit einem Seelenplan auf diese Welt kommen, wenn unsere Seele erfahren, wachsen und lernen möchte, wenn bestimmte Begegnungen, Herausforderungen und vielleicht sogar Schmerzen Teil dieses Weges sind… für wen tun wir das eigentlich? Denn irgendwann gehen wir wieder. Wir nennen es sterben, heimkehren oder zurück zur Quelle gehen. Und wie auch immer man es benennen möchte, genau dort blieb ich innerlich hängen. Was bringt all dieses Lernen, all dieses Fühlen und Durchleben, wenn wir am Ende sowieso wieder «nach Hause» gehen?

 

Ich weiss, wie überspitzt das klingt. Vielleicht ist es genau deshalb eine Frage, die viele lieber wegschieben. Weil sie unbequem ist und an unserem Verständnis rüttelt. Und doch glaube ich, dass viele Menschen diesen Gedanken irgendwann in sich tragen. Besonders jene, die viel fühlen und tief über das Leben nachdenken.

 

Wir Menschen möchten immer verstehen. Wir suchen nach Gründen, nach Aufgaben und nach einem tieferen Sinn hinter allem. Wir wollen wissen, warum etwas geschieht und wofür wir hier sind. Vielleicht auch, weil uns das Sicherheit gibt? Oder weil es leichter wird, schwere Erfahrungen zu tragen, wenn wir glauben, dass sie einen höheren Zweck erfüllen?

 

Aber was, wenn das Leben gar nicht nur dafür da ist, um etwas «abzuarbeiten»? Was, wenn die Seele nicht hierherkommt, um möglichst viele Lektionen zu sammeln wie Punkte auf einer Liste? Vielleicht möchte sie einfach erfahren und fühlen, wie sich Liebe anfühlt, wenn sie mitten ins Herz trifft. Wie Verlust schmerzt und wie Hoffnung klingt, nachdem man fast aufgegeben hätte. Wie sich Geborgenheit oder Sehnsucht anfühlt. Wie es ist, berührt zu werden und wie es klingt, wenn jemand deinen Namen liebevoll ausspricht. Wie sich ein Sonnenstrahl auf der Haut anfühlt oder nackte Füsse im taufrischen Gras.

 

Und plötzlich verschob sich etwas in meinen Gedanken.

Vielleicht geht es gar nicht darum, bis ins Letzte alles verstehen zu müssen und auf alles eine endgültige Antwort zu finden. Vielleicht ist es vielmehr unser menschliches Bedürfnis, allem einen Sinn geben zu wollen. Ein Ziel oder einer Erklärung zu haben, weil wir glauben, dass sich Erfahrungen nur dann rechtfertigen lassen.

Doch fragt das Leben wirklich nach einem Nutzen? Die Natur tut es nicht. Eine Blume blüht nicht, um am Ende ausgezeichnet zu werden. Ein Baum zweifelt nicht daran, ob sein Wachstum sich lohnt. Der Wind zieht durch die Wälder, ohne zu fragen, ob es sinnvoll ist. Er ist einfach.

 

Vielleicht gibt es Dinge, die eine Seele nur hier erleben kann. Mitten in dieser Welt, zwischen Tränen, Zeitdruck, Freude, Chaos, Nähe und all den kleinen Momenten, die uns oft so selbstverständlich erscheinen. Und vielleicht ist genau darin die tiefste Antwort verborgen, die ich bisher finden konnte:

Das Leben wartet nicht darauf, bewertet zu werden. Erfahrungen verlieren ihren Sinn nicht, nur weil sie vergänglich sind. Vielleicht ist es genau die Endlichkeit, die allem erst diese Tiefe schenkt. Denn würden wir ewig hierbleiben, würden wir vieles wohl gar nicht mehr wirklich fühlen.

 

Ich glaube, es geht weniger darum, irgendwo anzukommen, als vielmehr darum, überhaupt zu erleben, zu lieben, zu fühlen, zu staunen, zu scheitern und wieder aufzustehen. Das Leben mit allem zu berühren, was dazugehört.

Vielleicht ist genau das Menschsein das eigentliche Geschenk. Fühlen zu können. Tief, echt und manchmal auch schmerzhaft. Berührt zu werden, Erinnerungen entstehen zu lassen und zu lieben, obwohl wir wissen, dass nichts für immer bleibt. Und trotzdem tun wir es.


Am Ende bleiben wohl viele dieser Gedanken einfach «vielleicht’s». Gedanken, Ahnungen und innere Wahrheiten, die sich nicht beweisen lassen und trotzdem etwas in uns berühren. Und genau das ist doch in Ordnung. Denn manche Dinge wollen gar nicht vollständig erklärt, sondern einfach gefühlt werden.

3 Kommentare


Doris
15. Mai

Liebi Sheila

Dini Text send wie Medizin förs Härz❤️Danke das du dini Gedanke met eus teilsch.

Alles Liebi för dech

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Martina
15. Mai

Liebe Sheila

Vielen Dank für deinen wundervollen Blogbeitrag. Ich bin sehr gerührt. Genau diese Frage beschäftigte mich diese Woche besonders stark. Deine Worte geben meinen Gedanken einen Richtungswechsel, wieder mehr ins Fühlen zu gehen, anstelle alles zu „zerdenken“.

Herzlich, Martina

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Sabine
15. Mai

Liebe Sheila

Spannende Gedanken!

Kennst du den Film Astral City - unser Heim?

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