Wenn nichts tun die ehrlichste Rauhnacht ist
- Sheila

- 27. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Und dann kommt der Moment, in dem ich spüre, dass «meine» Rauhnächte in diesem Jahr anders sind. Nämlich gar nicht.
Die Weihnachtstage sind vorüber. Wir bewegen uns in dieser besonderen Zeit zwischen den Jahren, in der vieles langsamer wird und sich wie ausserhalb der Zeit anfühlt. Für viele beginnen hier die Rauhnächte. Eine Phase der Innenschau, der Rituale, der Orakel und der Ausrichtung.
Und während rundherum Programme, Begleitungen und Anleitungen auftauchen, wird in mir etwas ganz still. Kein inneres Ziehen, kein Ritualdrang, keine Vorfreude auf Karten, Träume oder Notizen. Stattdessen eine klare Wahrnehmung: Ich kann mich den Rauhnächten in diesem Jahr nicht hingeben.
Das fühlt sich im ersten Moment fast wie ein Geständnis an. Gerade von mir. Ich habe die Rauhnächte 2014 das erste Mal bewusst erlebt. Seither haben sie mich viele Jahre begleitet. Ich habe mich vertieft, ausprobiert, Wissen gesammelt, Bräuche gelebt und weitergegeben. Ich gebe Kurse und bereite Menschen auf diese Zeit vor. Dabei sage ich immer, dass es in den ganzen Rauhnächten kein richtig und kein falsch gibt.
Genau hier wird es spannend, denn dieses Wissen und meine Erfahrungen führen mich nicht dazu, «trotzdem» etwas zu machen, sondern dazu, ehrlich hinzuhören. Die letzten Wochen waren unglaublich intensiv, haben mich aufs Höchste gefordert und meinen Körper und meine Seele müde gemacht. Und sie sagen sehr klar: Nicht noch mehr. Nicht jetzt.

Als ich mich am 25. Dezember auf mein Ofenbänkli zurückzog, neben mir ein kleiner Stapel Bücher, fiel mir plötzlich ein, dass heute ja die erste Rauhnacht ist. Und mein erstes Gefühl war, oh nein, nicht auch noch! Ich nahm weder eine Vorfreude noch ein inneres Kribbeln wahr. Und dieses Nicht-Spüren ist für mich gerade die ehrlichste Antwort überhaupt.
Auf Instagram scheint es seit Wochen nur ein Thema zu geben. Rauhnächte. Da ein Online-Programme, dort eine Begleitung. Es boomt und es kommt mir vor, als würde gefühlt jede zweite Person zeigen, wie es geht. Viele davon meinen es bestimmt einfach nur gut. Und doch entsteht da schnell etwas, das mir Bauchweh macht. Aus etwas Ursprünglichem wird Druck, Intuition ist plötzlich ein Muss und aus Magie wird eine To-do-Liste. Dabei sage ich in meinen Kursen immer, mach es zu deinem Ding. So, wie es für dich stimmig ist. Wenn das täglich zehn Minuten sind, reicht das vollkommen, Wenn du dir zwei Stunden dazu rausnehmen kannst, ist auch das wundervoll. Es soll sich einfach leicht anfühlen. Alles darf, nichts muss. Und mein Ding in diesem Jahr ist genau das: nichts tun.
Zur Wintersonnenwende haben mein Partner und ich je 13 Wünsche aufgeschrieben. Jeden Tag verbrennen wir einen davon. Völlig einfach, ohne grosses Drumherum. That’s it. Mehr mag ich im Moment nicht, mehr brauche ich nicht. Ja, mehr fühlt sich gerade nicht wahr an.
Vielleicht werde ich es im nächsten Jahr bereuen, wenn ich nicht nachlesen kann, was ich mir für welchen Monat notiert oder orakelt habe. Vielleicht aber auch nicht. Doch das Jetzt ist mir wichtiger als ein Vielleicht in der Zukunft. Denn etwas zu tun, nur weil man sollte oder weil es so vermittelt wird, fühlt sich für mich gerade falsch an.
Für mich sind die Rauhnächte kein Pflichtprogramm. Sie sind eine Einladung. Und manchmal bedeutet diese Einladung, einen Schritt zurückzutreten, still zu werden und nichts zu tun. Zu spüren, was jetzt gerade richtig und wichtig ist. Und dann diesem Gefühl zu folgen, ganz ohne schlechtes Gewissen und ohne spirituellen Leistungsdruck. Ohne «man sollte».
Wenn du also gerade merkst, dass dir alles zu viel ist, dass du müde bist und deine Seele nach Ruhe ruft, dann lass dir eines gesagt sein: Auch das ist Rauhnacht. Vielleicht sogar eine sehr ehrliche und sehr echte. Und eine, die genau so sein darf.



Hallo ihr zwei lieben
Das ist mal Ehrlichkeit !! Hut ab. So soll es sein. Einfach mal nichts tun, sondern nur spüren. Auf dich hören auf dich achtsam sein. Das tut deiner Seele so gut! So kannst du / ihr im neuen Jahr wieder mit voller Freude, Energie und mit viel Kraft euren Weg weiter gehen, ev. mit vielen neuen Ideen.
Wir wünschen euch zwei noch viel Ruhe und Erholung und im neuen Jahr viel g'freuts und vor allem Gesundheit und Zufriedenheit!
In liebe
Dany & Pia