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Wenn deine Seele anruft

  • 25. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Wie meine Seelenbänder und ihre Botschaften entstehen.

Viele Menschen haben in letzter Zeit neu zu mir gefunden, nicht nur auf Instagram, sondern auch im realen Leben. Dabei werde ich immer wieder gefragt, wie meine Seelenbänder eigentlich entstehen. Darüber zu schreiben, fällt mir einfach, und so nehme ich dich gerne mit auf die Reise, wie ein Seelenbegleiter entsteht.

 

Die meisten staunen bereits in dem Moment, wo sie erfahren, dass ich weder ein Foto brauche noch ein Geburtsdatum wissen möchte. Ich möchte auch nicht wissen, was dich gerade beschäftigt, welche Themen du mitbringst oder was du dir für dein Leben wünschst.

Für ein Seelenband brauche ich deinen Vor- und Nachnamen und deinen Handgelenkumfang. Bei einer Halskette die gewünschte Länge. Mehr möchte ich gar nicht wissen. Denn je weniger ich weiss, desto freier kann ich wahrnehmen. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas seltsam klingen. Gerade weil ein Seelenband sehr persönlich entsteht. Doch genau deshalb möchte ich möglichst unbelastet an meine Arbeit gehen.

Wenn du mir vorher erzählst, dass du gerade mitten in einer Trennung steckst, beruflich an einem Wendepunkt bist oder dir mehr Selbstvertrauen wünschst, weiss mein Kopf bereits etwas über dich. Und unser Kopf ist ziemlich schnell darin, daraus eine Geschichte zu machen. Dann könnte ich mich plötzlich fragen, welcher Stein zu deinem Thema passen würde. Welche Farbe dich unterstützen könnte oder in welche Richtung deine Botschaft gehen müsste. Ich möchte aber nicht suchen, was zu deiner Geschichte passt. Ich möchte wahrnehmen, was sich zeigt.

 

Ich kenne die tiefe Wirkung meiner Edelsteine nicht, was viele immer wieder überrascht. Natürlich kenne ich optisch jeder meiner über 80 verschiedenen Edelsteine. Ich arbeite seit vielen Jahren mit ihnen und habe irgendwann mein eigenes Stein-ABC zusammengestellt. Darin habe ich die verschiedenen Steine und ihre Eigenschaften und Wirkungen beschrieben. Und trotzdem möchte ich ganz bewusst nicht möglichst viel über die Wirkung jedes einzelnen Steines wissen. Denn dann wäre dieses Wissen beim Arbeiten immer mit dabei. Ich möchte keinen Stein auswählen, weil ich weiss, dass er für Selbstvertrauen, Erdung, Neubeginn oder ein anderes Thema steht. Ich möchte zu ihm greifen, weil er sich in diesem Moment zeigt.

 

Eine der häufigsten Fragen ist wohl, wie ich mich überhaupt mit einem Menschen verbinde, den ich nicht kenne, von dem ich kein Foto vor mir habe und über dessen Leben ich nichts weiss. Ich kann gar nicht genau erklären, wie ich das «mache». Da gibt es kein bestimmtes Ritual und keinen festen Ablauf. Neben mir liegt lediglich der Bestellzettel mit dem Vor- und Nachnamen des Menschen. Am ehesten kann ich es mit einem Telefonanruf vergleichen. Mit einer Bestellung werde ich sozusagen angerufen. Irgendwo klingelt dieses Telefon bei mir und auf der anderen Seite kommt das Freizeichen, bis ich mich dieser Bestellung zuwende. Dann nehme ich den Anruf entgegen. Ich lese den Namen, richte meine Aufmerksamkeit auf diesen Menschen und verbinde mich mit seiner Seele. Mehr braucht es für mich nicht.

 

Aus dieser Verbindung heraus beginne ich mit dem Seelenband. Ich fühle hinein und greife zu den Edelsteinen. Vor mir liegt mein Holzbrett und darauf finden nach und nach die Steine und Farben zusammen. Ein Stein kommt dazu, ein anderer geht wieder zurück. Ich kombiniere, verändere und lasse entstehen, bis die Zusammenstellung für mich stimmig ist. Dann beginne ich aufzufädeln. Die Verbindung bleibt während dieser ganzen Zeit bestehen.

Während meine Hände mit den Edelsteinen arbeiten, nehme ich wahr. Gefühle können auftauchen. Bilder, Worte und Gedanken. Manchmal zeigen sich Tiere oder Pflanzen. Und sehr oft kommt Musik. Ich weiss vorher nicht, was kommt und ich suche auch nicht danach. Ich höre einfach hin. Deine Seele zeigt mir, was sie braucht.

 

Was ich während dieser ganzen Arbeit wahrnehme, fliesst anschliessend in die persönliche Seelenbotschaft ein. Denn der Brief, der mit dem fertigen Seelenband auf die Reise geht, ist kein Brief, in dem einfach die Wirkungen der verwendeten Edelsteine aneinandergereiht werden. Natürlich schreibe ich auch, welche Steine im Seelenbegleiter verarbeitet sind. Dafür greife ich auf mein eigenes Stein-ABC zurück und füge die entsprechenden kurzen Beschreibungen ein.

Doch das ist nur ein Teil des Briefes. Das Herzstück ist das, was sich während des Entstehens gezeigt hat. Die Gefühle und Bilder, die Worte und Gedanken. Für mich liegt die Botschaft eines Seelenbandes nicht in einem einzelnen Edelstein. Es ist die Gesamtenergie des Seelenbegleiters, die etwas erzählt.

 

Musik verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Sie kann uns innerhalb von Sekunden in eine andere Zeit zurückversetzen. Ein paar Töne reichen und plötzlich ist da eine Erinnerung, ein Gefühl oder ein Mensch. Und während ich ein Seelenband mache, verbindet Musik mich manchmal mit einem Menschen, den ich überhaupt nicht kenne. Plötzlich ist da eine Melodie. Manchmal weiss ich sofort, welches Lied es ist. Manchmal kenne ich zwar die Melodie, komme aber beim besten Willen nicht darauf, woher. Dann sitze ich da und summe Google etwas vor, bis ich herausgefunden habe, welches Lied sich da gerade eingeschlichen hat.

Zum Glück habe ich ein ziemlich grosses Musikwissen. Trotzdem bringt mich diese Arbeit musikalisch immer wieder an Orte, an denen ich selber nie gesucht hätte. Da kann plötzlich ein Jodellied auftauchen, genauso gut kann aber auch AC/DC kommen, Queen, Tschaikowsky oder eine Ländlerkapelle. Querbeet durch Zeiten und Musikrichtungen. Ich suche diese Musik nicht aus. Ich überlege auch nicht, welches Lied zu diesem Menschen passen könnte. Sie ist einfach da. Die Melodien bleiben oft hartnäckig in meinem inneren Ohr. Das eine Mal bringt genau der Refrain die Botschaft, das andere Mal rundet der Song die Botschaft einfach ab.

 

Manchmal haben Menschen die Vorstellung, dass ich durch die Welt laufe und bei jedem, der mir begegnet, sofort alles Mögliche wahrnehme. Oder dass ich all die Seelenbänder und die dazugehörigen Menschen irgendwo in meinem Kopf gespeichert habe. Das ist überhaupt nicht so.

Während ich an einem Seelenband arbeite, bin ich ganz in dieser Verbindung. Manche Bilder sind sehr klar, Gefühle deutlich und manchmal kann eine Melodie so penetrant in meinem Kopf laufen, dass ich sie kaum mehr loswerde. Doch sobald alles niedergeschrieben und der Brief mit dem Seelenband versandfertig ist, ist es für mich abgeschlossen. Dann ist es weg.

Manchmal könnte ich kurze Zeit später nicht einmal mehr sagen, was genau in der Seelenbotschaft steht. Selbst eine Melodie, die mich vorher hartnäckig begleitet hat, kann plötzlich verschwunden sein.


Ich sehe genau das als Teil meiner Arbeit. Ich muss diese Botschaften nicht behalten. Sie gehören nicht mir. Ich nehme sie wahr, schreibe sie auf und gebe sie weiter. Das ist auch der Grund, weshalb ich die Botschaften schreibe. Ich mag keine Sprachnachrichten und habe selbst noch nie eine gemacht. Gesprochene Worte verschwinden viel schneller. Ein Brief aber bleibt. Du kannst ihn weglegen, vergessen, wiederfinden. Du kannst ihn Jahre später erneut lesen und plötzlich etwas verstehen, das damals noch verborgen war. Für mich liegt genau darin die wahre Tiefe von geschriebenen Worten. Sie warten, bis deine Seele bereit ist.

 

Ich weiss vorher genauso wenig wie du. Wenn ich mit der Arbeit beginne, kenne ich deine Geschichte nicht. Ich weiss nicht, welche Farben dein Seelenband haben wird oder welche Edelsteine zusammenfinden werden. Ich weiss nicht, welche Bilder und Worte kommen. Ob sich ein Tier oder eine Pflanze zeigt. Ob Musik auftaucht und schon gar nicht, welches Lied es sein wird. Und ich weiss auch noch nicht, was später in deiner Seelenbotschaft stehen wird. Das alles entsteht während meiner Arbeit.


Genau deshalb liebe ich das Wort «Seelenbegleiter» so sehr. Denn am Ende liegen da nicht einfach ein paar schöne Edelsteine auf einem Band. Da ist etwas Eigenes entstanden. Eine Verbindung aus Steinen und Farben und Wahrnehmungen, Und dann darf er sich auf den Weg machen, zu dem Menschen, mit dem alles begonnen hat.


 

 

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