Verwirrung im Mondgarten
- 2. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wassermanntag im Garten. Ruhe oder doch schneiden?
Vom 2. - 4. Juli 2026 sind im Mondkalender Wassermanntage. Wer schon länger nach dem Mond gärtnert, kennt die Empfehlung, an Wassermanntagen den Garten ruhen zu lassen.
Der Wassermann gilt als das unfruchtbarste Zeichen im Gartenjahr. Seine Qualität ist leicht, luftig und wenig nährend. Es wird an diesen Tagen oft davon abgeraten, zu pflanzen oder zu säen. Dafür eignet er sich wunderbar zum Jäten oder auch für die Schädlingsbekämpfung.
Trotzdem habe ich heute meinen Lavendel geschnitten. Warum? Weil ich beim Mondgärtnern nicht nur auf das Tierkreiszeichen schaue.
Die meisten Mond-Gartenkalender konzentrieren sich in erster Linie auf das Tierkreiszeichen. Das ist verständlich, denn es ist für viele am einfachsten greifbar. Danach wird oft die Mondphase berücksichtigt, also ob der Mond zunehmend, voll, abnehmend oder im Neumond ist. Der Mondstand, also ob der Mond aufsteigend oder absteigend läuft (in der Schweiz obsi- und nidsigent genannt), wird in den üblichen Kalendern oft gar nicht beachtet. Nicht, weil er unwichtig wäre, sondern weil es für viele schlicht zu komplex würde.
Einen Mond-Gartenkalender zu erstellen, der wirklich alles miteinander verbindet, wäre ein unglaublich aufwändiges Unterfangen. Und genau hier beginnt für mich das tiefere Lesen.
Für den Lavendelschnitt ist das Blütezeichen wichtig, schliesslich möchte ich eine zweite Blüte anregen. Und dafür sind Blütentage kraftvoll. Nun könnte man sagen, ich warte doch einfach auf das nächste Blütezeichen. Das wäre in ca. zehn Tagen in den Zwillingen. Doch genau dann ist der Knotenpunkt, jener Übergang, an dem der Mond von aufsteigend zu absteigend wechselt. Diese Zeit gilt als sensible Umbruchphase. Im Mondgärtnern lässt man den Garten dann besser in Ruhe.
Das nächste Blütezeichen danach wäre Waage, am 20. und 21. Juli. Doch dann haben wir bereits wieder zunehmenden Mond und gleichzeitig einen absteigenden Stand. Für den Lavendel ist das weniger passend. Der zunehmende Mond fördert den Saftfluss nach oben und stärkt das Wachstum, doch beim Schnitt möchte ich zuerst die Pflanze entlasten und die Kraft sammeln lassen.

Für den Lavendelschnitt ist der abnehmende Mond ein starkes Zeichen. Die Kraft zieht zurück, der Pflanzensaft ist weniger im oberen Teil gebunden. Das macht den Schnitt sanfter für die Pflanze und stärkt die Wurzel. Der aufsteigende Mond unterstützt wiederum alles, was nach oben wachsen und sich neu entfalten will. Genau das wünsche ich mir bei einer zweiten Blüte. Und dann kommt der Wassermann dazu, ein Blütezeichen. Er trägt die Blütenkraft in sich und kann den Impuls zur Nachblüte sogar verstärken.
Für mich ist das kein Widerspruch, sondern ein Zusammenspiel. Der Mond zeigt uns immer mehrere Ebenen gleichzeitig. Je tiefer wir schauen, desto klarer wird, dass die Natur selten nur einer einzigen Regel folgt.
Wer sich ganz auf den klassischen Mondkalender verlassen möchte, macht damit absolut nichts falsch. Diese Kalender sind wertvolle Begleiter und geben Orientierung. Wenn du aber tiefer eintauchen und feiner lesen möchtest, dann lohnt es sich, auch Phase und Stand mit einzubeziehen.
Wenn ich dir aus meiner Erfahrung etwas mitgeben darf, dann dies:
Die Mondphase, also zu- oder abnehmend, Voll- oder Neumond, ist für mich der stärkste Taktgeber. Sie ist sichtbar, spürbar und das Einzige, was im astrologischen wie im astronomischen Kalender genau gleich läuft. Der Unterschied dieser beiden Kalender habe ich in diesem Blogbeitrag erklärt: Mondkalender - astrologisch oder astronomisch
Mondgärtnern ist für mich kein starres Abarbeiten, genao so wenig wie die Natur irgendwelche Regeln befolgt. Es ist ein Zusammenspiel von allem. Ich persönlich liebe es, zu beobachten, versuche zu verstehen und kombiniere am Ende die verschiedenen Aspekte. Und dann... vertraue ich.



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