Der Garten ruft, aber der Mond flüstert «warte»
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Der April hat uns einen wunderschönen Gartenmonat geschenkt. Wir wurden mit Sonne verwöhnt und es scheint, als sei in diesem Jahr alles besonders intensiv. Mein Garten ist bereits jetzt üppig grün und satt. Die Natur scheint uns fast ein bisschen anzutreiben. Doch genau hier liegt die kleine Falle. Denn auch wenn es sich nach Hochsaison anfühlt… es ist erst Anfang Mai.
Vielleicht hast du schon die Tomaten bereit, die Zucchetti lachen dich an und die Bohnen wollen endlich in die Erde. Deine Ungeduld ist absolut verständlich. Aber hast du dich schon mal gefragt, ob die Natur wirklich hetzt oder ob sie einfach ihren eigenen Rhythmus hat?
Ich persönlich lasse mich weniger von den Eisheiligen leiten. Viel mehr vertraue ich dem Mond. Und der sagt im Moment ganz klar: Pflanz- und Säe-Pause.
Vom 5. bis 18. Mai 2026 befinden wir uns im aufsteigenden Mond. Und ganz wichtig, das ist nicht dasselbe wie der zu- und abnehmende Mond (den Unterschied liest du hier). Der aufsteigende Mond ist eine Zeit der Ernte, des Aufbaus nach oben, der Kraft in den Pflanzen, die sich Richtung Himmel entfaltet. Für alles, was Wurzeln schlagen soll, ist diese Phase weniger geeignet.
Die Magie passiert nämlich im absteigenden Mond. Vielleicht kennst du ihn auch als «nidsigend». In dieser Zeit ziehen sich die Kräfte nach unten zurück. Die Säfte wandern in die Wurzeln und die Erde wird aufnahmefähiger. Das ist die Zeit fürs Pflanzen, fürs Umtopfen, fürs Düngen und auch für den Rückschnitt. Alles, was mit Verwurzeln zu tun hat und die Wurzeln stärkt, wird jetzt getragen und unterstützt. Und die Grundlage für schönes, gesundes Gemüse, sind starke Wurzeln.
Und genau deshalb darfst du jetzt etwas ganz Wertvolles üben: Geduld. Beobachte, bevor zu handelst. Vielleicht jätest du Unkraut, lockerst den Boden oder geniesst einfach deinen Garten.
Ab dem 19. Mai öffnet sich dann wieder das Tor. Bis zum 31. Mai ist eine wundervolle Phase, um dein Gemüse in die Erde zu bringen. Dann fliesst die Energie wieder genau dorthin, wo sie gebraucht wird und ganz nebenbei sind auch die Eisheiligen vorbei.
Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass du nicht alles sofort machen musst? Die Natur hat ihren Rhythmus. Wachstum entsteht nicht durch Eile, sondern durch den richtigen Moment. Also… zügel dein Gärtnerherz ein kleines bisschen und vertraue. Dein Garten wird es dir danken.



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