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Luzides Träumen - wenn die Nacht Antworten kennt

  • Autorenbild: Sheila
    Sheila
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Manche Menschen haben Angst vor der Nacht und ihren Träumen. Ich gehöre nicht dazu. Ich war kein Kind mit Albträumen. Das wurde mir allerdings erst viele Jahre später bewusst. Nämlich dann, als ich erfuhr, dass es so etwas wie luzides Träumen gibt und dass das längst nicht alle Menschen kennen. Denn für mich war es immer normal und ich ging davon aus, dass das alle machen.


Schon in jungen Kinderjahren konnte ich mich aus Träumen, in denen es brenzlig wurde, ausklinken. Mitten im Träumen tauchte dann der Gedanke auf, dass ich gerade nur träume. Ab diesem Moment veränderte sich alles. Ich war nicht mehr Protagonistin, sondern Zuschauerin meines eigenen Traumes. Man könnte es so beschreiben: In einem Moment spielt man in einer Fernseh-Serie mit, und im nächsten sitzt man auf der Polstergruppe und schaut zu. Und manchmal griff ich sogar ein. Wenn ich im Traum zu ertrinken drohte, warf ich mir kurzerhand selbst einen Rettungsring zu.

 

Was luzides Träumen eigentlich ist

Luzides Träumen bedeutet, dass du während des Traums weisst, dass du träumst. Der Körper schläft, doch ein Teil deines Bewusstseins ist wach. Viele Menschen berichten, dass Farben im luziden Traum intensiver wirken, Gefühle tiefer und klarer wahrgenommen werden und sich Zeit auf eine ganz eigene Weise anfühlt. Oft entsteht dabei ein grosses Gefühl von Freiheit, fast so, als würde sich der Raum zwischen Innen- und Aussenwelt weiten.

Die Forschung kennt diesen Zustand. Sie zeigt, dass beim luziden Träumen Schlaf- und Wachbewusstsein gleichzeitig aktiv sind. Es ist ein trainierbarer Bewusstseinszustand. Aus wissenschaftlicher Sicht gilt luzides Träumen nicht als gefährlich. Es wird sogar therapeutisch eingesetzt, zum Beispiel bei wiederkehrenden Albträumen, um Menschen aus der Ohnmacht zurück in die Selbstwirksamkeit zu führen.

 

Mir wurde einmal von einem Menschen, der sich selbst als «grossartiges Medium» bezeichnete, gesagt, luzides Träumen sei gefährlich. Man würde selbst im Traum die Kontrolle nicht abgeben können. Dieser Satz blieb eine Weile bei mir.

Meine eigene Erfahrung fühlt sich jedoch anders an. Für mich bedeutet luzides Träumen nicht Festhalten oder Steuern um jeden Preis. Es ist eher ein Zurücklehnen und Bewusstwerden. Ein Erkennen, dass ich träume und dann die Wahl habe, ob ich zuschaue, mich ausklinke oder begleite.

 

Vielleicht liegt hier das Missverständnis. Bewusstsein wird manchmal mit Kontrolle verwechselt. Doch bewusst zu sein heisst nicht, alles lenken zu wollen. Es heisst wahrzunehmen und manchmal gerade dadurch loszulassen. Meine Träume haben mir nie das Gefühl gegeben, ich müsste etwas festhalten. Im Gegenteil, sie haben mir Vertrauen geschenkt.

 

Zwischen Schlaf und Wachsein

Bis heute habe ich in den frühen Morgenstunden, in der Schlaf-Wachs-Phase, wenn alles weich und schwebend ist, die klarsten Impulse. Sie fühlen sich nicht gemacht an. Sie sind einfach da. Woher dieses Wissen kommt, kann ich nicht sagen. Aber es ist stimmig und ich hinterfrage es nicht.

 

Als ich mich im Sommer 2020 auf den Weg in die Kräuterwelt machte, wusste ich, dass da mehr ist und ich irgendwann eine zweite Webseite brauchen würde. Ein Herzensbusiness, das mich wirklich trägt. Nur, was beinhaltet dieses und wie soll das alles heissen? Also nahm ich diese Fragen mit ins Bett und gab meinem Unterbewusstsein den Auftrag, mir einen Namen zu zeigen. Und wenn möglich auch gleich eine Logo-Idee. :-)

Am nächsten Morgen war das Wort Seelen-Fenster da. Dazu ein Kreis und Federn. Ohne dies zu hintergragen, notiere ich mir alles auf und liess es ruhen. Erst später fand ich heraus, dass es in der Schweiz, vor allem im Wallis und im Bündnerland, sogenannte Seelenfenster gibt. Kleine Fenster oder Öffnungen in alten Häusern, die man öffnete, wenn ein Mensch verstarb, damit die Seele gehen konnte.

Das Besondere daran ist, dass ich zum Zeitpunkt, als mir dieser Name «gesendet» wurde, noch kaum Berührungspunkte mit Seelenarbeit, Tod oder Räuchern hatte. Und doch fügte sich alles. Heute, wenn ich räuchere und sehe, dass ein Haus ein Seelenfenster hat, öffne ich es gedanklich, damit Altes gehen darf und Neues Platz findet.

 

Ist luzides Träumen nun richtig oder falsch? Oder geht es vielmehr darum, wie achtsam wir inneren Räumen begegnen und ob wir unserem eigenen Erleben mehr vertrauen als fremden Deutungen?


Für mich ist luzides Träumen eine Einladung der Seele. Eine Einladung, bewusst zwischen den Welten zu wandern. Nicht etwa, um zu kontrollieren und festzuhalten, sondern um wahrzunehmen und um zu vertrauen. Ich wage zu sagen, dass es die Nacht ist, die uns erinnert, dass wir mehr sind als das, was wir tagsüber glauben zu sein.

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