Zwei goldene Kugeln und ein Bild, das geblieben ist
Aktualisiert: 14. Okt.

Vor einigen Jahren erlebte ich während einer tiefen Meditation etwas, das mich bis heute begleitet. Wir begaben uns damals auf eine Reise zu unserem zukünftigen Ich. Ich sah mich mit zwei goldgelben Edelsteinkugeln in den Händen. Ich war bei Menschen und wusste, dass ich sie heilte. Ich berührte sie weder mit meinen Händen noch mit den Kugeln.
Wie ich das tat? Keine Ahnung. Zumindest weiss ich es mit meinem heutigen Bewusstsein nicht. Doch in dieser Meditation war alles vollkommen klar. Ich wusste genau, was ich tat. Es fühlte sich so selbstverständlich an, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Da war eine enorme Kraft und gleichzeitig eine tiefe, beinahe unbeschreibliche Ruhe. Kein Zweifel, keine Unsicherheit, einfach dieses tiefe Wissen.
Dieses Bild hat mich nie mehr losgelassen. Manchmal ist es wochenlang nicht präsent und ich denke kein einziges Mal daran. Manchmal begleitet es mich wieder über einige Tage.
Seither geschieht etwas Eigenartiges. Sobald ich an das Heilen mit meinen Händen denke, beginnen sie zu kribbeln und zu pulsieren. Es fühlt sich an wie Stromstösse. Ich brauche dafür weder eine Meditation noch einen Edelstein. Allein der Gedanke daran genügt. Das fasziniert mich und macht mich neugierig.
Ich liebe das, was ich heute tue. Meine Arbeit mit den Kräutern, meinen Seelenbändern und all den persönlichen Botschaften erfüllt mich unglaublich. Ich darf Menschen auf meine ganz eigene Weise begleiten, berühren und ihnen etwas Wertvolles mit auf ihren Weg geben. Dafür bin ich sehr dankbar. Und trotzdem spüre ich seit einiger Zeit, dass da noch etwas anderes in mir ist. Etwas, das entdeckt und vielleicht irgendwann auch gelebt werden möchte.
Was genau das sein könnte, weiss ich nicht. Ich habe auch keine Vorstellung davon, wie es aussehen oder welchen Platz es in meinem Leben einnehmen könnte. Aber dieses Gefühl ist da. Es begleitet mich, taucht immer wieder auf und lässt sich nicht einfach zur Seite schieben. Ich muss daraus heute noch nichts machen. Ich bleibe einfach offen für das, was sich zeigen möchte.
Letzte Woche fuhren wir von unserem Kurzurlaub im geliebten Appenzell nach Hause. Wir machten einen Zwischenstopp im «Haus der Edelsteine», damit ich mich mit Steinen für die Seelenbänder eindecken konnte.
Ich war noch nie da, und als wir eintraten, musste ich kurz stehen bleiben. Da war eine gewaltige Energie, ein Paradies voller Schätze, und der Anblick raubte mir beinahe den Atem. Und dann setzte ich mich in Bewegung. Als wäre ich schon unzählige Male dort gewesen, lief ich schnurgerade in den hinteren Teil des Raumes.
Und da lagen sie. Unzählige geschliffene Kugeln, bestimmt vierzig verschiedene Steinarten in unterschiedlichen Grössen und Farben. Rosenquarz, Tigerauge, Calcit, Mondstein und viele andere wunderschöne Steine. Ich nahm sie im ersten Moment gar nicht richtig wahr. Denn ich sah nur diesen einen Stein. Ein Citrin, ganz hell, zart goldgelb und beinahe wie ein kleiner Mond. In seinem Innern eine faszinierende Welt aus feinen Strukturen, Lichtreflexen und Einschlüssen. Je nachdem, wie ich ihn im Licht drehe, sehe ich darin eine ganze Berglandschaft. Und wer mich kennt, weiss, wie sehr ich die Berge liebe.
Unter all diesen Kugeln war es ausgerechnet dieser Citrin, der mich anzog. Ich nahm ihn in die Hand. Sieben Zentimeter Durchmesser, beinahe ein halbes Kilo schwer und er passte perfekt in meine Hand. Ich konnte ihn kaum mehr weglegen. Immer wieder drehte ich ihn, betrachtete sein Innenleben und entdeckte neue Landschaften, kleine Regenbögen und wunderschöne Lichtspiele. Ich habe ihn gekauft, auch wenn mein Portemonnaie kurz eine andere Meinung dazu hatte.
Und da war es wieder. Dieses Bild aus der Meditation, die beiden goldgelben Kugeln in meinen Händen. Und jetzt hielt ich tatsächlich eine davon in meiner Hand. Über Zufälle muss ich nicht diskutieren. War es Fügung? Oder einfach ein wunderschöner Stein, der mich im richtigen Moment gefunden hat? Ich weiss es nicht, und ich muss es auch gar nicht wissen.
Nun liegt sie da vor mir, diese goldene Kugel. Und obwohl ich mich damals mit zwei Kugeln gesehen habe, brauche ich heute keine zweite. Ich glaube, diese Edelsteinkugel steht nur symbolisch für das, was ich seit Jahren in mir trage und dem ich nun mehr Raum geben möchte. Ohne Erwartungen und ohne einen fertigen Plan. Einfach aus Freude am Entdecken und mit der Neugier darauf, welche weiteren Möglichkeiten noch in mir schlummern. Denn das «Wie» muss ich heute noch gar nicht kennen.



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